IGEL Usedom-Verlag

Insel-Geschichten von Land und Leuten

Empfehlungen von Badeärzten

SpannerOhne Worte.

Daß das Baden in der See unfruchtbar gewesene Weiber fruchtbar mache, kann zwar durchaus nicht bewiesen werden, daß manches Frauenzimmer aus dieser Art von Seebadeorten geschwängert zurückkommt, wovon es in Engelland Beyspiele genug geben soll: Indessen ist gar nicht zu bezweifeln, daß es Ursachen der weiblichen, so wie der männlichen Impotenz gibt, welche durch Baden in der See können behoben werden.
Samuel Gottlieb Vogel
Doberan – Heiligendamm, 1794

Gute Laune im Moorbad.Gute Laune im Moorbad.





Es läßt sich gegen diese Badereiserei Gewiß sehr viel sagen, in hundert kleinen Dingen verschlechtert man sich, es fehlt an Komfort und manchem andren noch, aber man hat Ruhe und frische Luft, und diese beiden Dinge wirken wie Wunder und erfüllen Nerven, Blut und Lungen mit einer stillen Wonne.
Theodor Fontane an seine Frau
Heringsdorf, 24. August 1863




Ein etwas tapsiger Herr der Schöpfung.Ein etwas tapsiger Herr der Schöpfung.


Bei so genannten Katzenjammer, im Rausche baden, ist augenblicklich sehr erfrischend, aber häufig von schlimmen Folgen, worunter Kopfweh, gestörte Verdauung noch die geringsten sind: indeß bewährt sich auch hier oft genug der Volksspruch: "dem Gesunden ist Alles gesund."
Karl Hanmann,
Warnemünde, 1843



phoca thumb m kreislaufstoerung Die Kreislaufstörung ist seltsam schnell vorüber.



Das Haar haben Damen in Wachsstaffet einzuhüllen, und nach dem Bade, weil es doch etwas naß wird, gut abgetrocknet frei hängen und vollständig trocknen zu lassen, ehe es frisiert wird. Kopf – und Zahnschmerzen, Neuralgien ( Nervenreißen ), selbst Ausfallen des Haares kann sonst die Folge sein.
Eduard Mahn
Warnemünde, 1886






Baden (Auszug)

Beim Baden in gewöhnlichem Wasser geschieht es, daß durch die Haut Wasser ins Blut übergeht. Durch ein Bad in reinem Wasser kann man den Durst löschen und durch ein Bad welchem Fleischbrühe zugesetzt ist, kann man dem Körper nährende Stoffe zuführen.
Usedom-Wolliner Dampfboot, 12. Juni 1890

Saisonfrage

Und welches Bad gedenken gnädige Frau dieses Jahr aufzusuchen? Ich weiß nicht – mein Hausarzt hat mir noch keine bestimmte Krankheit verordnet.
Usedom-Wolliner Dampfboot, Juni 1890

Der Humor bewirkt Wunder.Der Humor bewirkt Wunder.

Steigerung

Onkel: ...."Denke Dir, ich bin durch meine Kur so heruntergekommen, daß ich die Knöpfe meines Winterrockes habe versetzen müssen."
Neffe: "Das ist doch garnichts! Ich bin so heruntergekommen, daß ich den ganzen Winterrock habe versetzen müssen".
Usedom-Wolliner Dampfboot, August 1890





Carl Ludwig Schleich
Assistent an der chirugischen Klinik in GreifswaldAssistent an der chirugischen Klinik in Greifswald

Der deutsche Chirurg und Schriftsteller Carl Ludwig Schleich wurde am 19.Juli 1859 in Stettin geboren. Die mit der Insel Wollin und speziell mit Lebbin (Lubin) und Kalkofen (Wapnica) verbundenen Kindheitserinnerungen schildert er u. a. eindrucksvoll in dem Buch "Besonnte Vergangenheit". So schreibt er darin: "Die Heimat meiner Mutter, das uns Schleichs und Küsters unvergessene „Kalkofen war einst eine kleine Ansiedlung von Angestellten meines Großvaters, der einst eine gewaltige Kalkgrube entdeckt und ausgebaut hatte."

Nach seinem Studium war er als Assistenzarzt bei Rudolf Virchow tätig und berichtet:
An einem Nachmittag klopfte es an meiner Tür und ein schwarz gekleideter Schlachter war gekommen um die Leiche seiner Frau zum Begräbnis in Empfang zu nehmen. Nachdem man ihm den Sarg zeigte, öffnete er ihn. "Nun aber durchfuhr ein Schreck seine Glieder: „Denn nicht seine Frau befand sich darin, sondern ein besoffener Krankenwärter schnarchte darin, während die Tote in einer Ecke des Raumes untergebracht war." Nachdem Carl Ludwig Schleich den Witwer beruhigte, rannte er zu Rudolf Virchow und erzählte das Unglaubliche. Dieser begab sich sofort zum Witwer und stellte sich vor: "Ich bin Virchow. Ihnen wird jede Genugtuung werden." Als Virchow auch noch den Witwer mitfühlend die Hand schüttelte und ihm bat einige Minuten zu warten, fühlte dieser sich über die persönliche Bekanntschaft von Herrn Geheimrat sehr geschmeichelt.
Nun stürzten Virchow und Schleich in den Keller und fanden die gleich Situation vor: "Im Sarg in den von Hobelspänen zerwühlten Kissen schlief weiterhin der Wärter seinen Spiritusrausch aus. Dieser wurde nun unsanft von Virchow aus dem Sarg in eine Ecke befördert." Nachdem die Leiche von Virchow gesäubert war, wurde die pietätvolle Ordnung wieder hergestellt. Obwohl die Zeit zur Beerdigung sehr knapp bemessen war gelang es Virchow indem er sein Erscheinen bei der Beerdigung ankündigte einen Aufschub zu erreichen. Rudolf Virchow hielt Wort und schritt an der Seite des Schlachters zum Grab.

Carl Ludwig SchleichCarl Ludwig Schleich dozierend

Carl Ludwig Schleich entwickelte 1892 die Infiltrationsanästhesie (Lokalanästhesie ) und trat als Chirurg für deren Einführung ein. Um die „Unverletzbarkeit des Wohls unserer Patienten“ willen sollte so die Giftwirkung der Narkose durch die von ihm empfohlene Methode auf ein Mindestmaß gesenkt werden.

Über deren Anwendung im Tierreich folgende Geschichte:
Der operierte Bär (Auszug)
Bei einem alten Bären des Zoologischen Gartens in Berlin sollte der graue Star operiert werden. Diese doppelte Sensation verbreitete sich wie ein Lauffeuer durch die Charite, denn schließlich wurde diese an ein Wunder grenzende Operation erst seit kurzer Zeit durch Albrecht von Graefe durchgeführt.
„Während der Bär festgeschnallt auf einem Lehnstuhl saß, ordnete Graefe seine feinen Instrumente. Während eine der Berühmtheiten narkotisierte. Aber- o weh! Meister Petz hatte kaum ein paar Atemzüge aus der mit Chloroform getränkten, eigens für ihn konstruierten Trichtermaske gesogen - da war er mausetot.
Das war sehr deprimierend, statt des Triumphes menschlicher Kunst sozusagen ein medizinischer Justizmord. Statt des Erfolges die magere wissenschaftliche Erkenntnis, daß Bären, wie z. B. auch Hunde Chloroform nicht vertragen.“ Der lebende festgeschnallte Bär wurde vom Bildhauer Wolf skizziert, aber nach den traurigen Ausgang der Narkose reimte er folgenden Vers (Auszug).

Der Bär ist hier ein toter Mann,
Das Chloroform war Schuld daran.
Ein ärztliches Kollegium
Ging mit dem Vieh zu menschlich um.

 
Einige Zitate von Carl Ludwig Schleich:
Ein besonderes Angebot vom Zahnarzt.Ein besonderes Angebot vom Zahnarzt.

Man sollte nicht die Nachkommen eines verdienten Mannes mit ihm ehren, sondern seine Vorfahren.

Es gibt Schwestern, die geben dem Patienten Morphium, damit dieser Ruhe habe – und es gibt Schwestern, die geben dem Patienten Morphium, damit sie Ruhe haben.

Ein Mensch ist so stark, wie er lustig sein kann.
Erlebtes, Erdachtes, Erstrebtes, Leipzig, Fikentscher Verlag, 1928



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