IGEL Usedom-Verlag

Insel-Geschichten von Land und Leuten

Klaus Störtebeker

Der Name des berühmten Seeräubers ist auch auf Usedom im Volksmund tief verwurzelt. So tragen Schluchten, verschwiegene Uferwinkel, aber auch Villen und Kureinrichtungen (so z.B. in Kölpinsee) seinen Namen. Noch heute übt sein Name einen großen Reiz auf Jung und Alt aus!
Dies erklärt auch den großen Erfolg der "Störtebeker-Festspiele" auf Rügen.

Um das Leben und Sterben von Klaus Störtebeker ranken sich viele Sagen und Legenden, deshalb sei hier nur auf eine von vielen Auslegungen eingegangen! Es war in einem Land ein Edelmann, der sein ganzes Geld verprasste und deshalb beschloss Seeräuber zu werden. Um bei ihnen aufgenommen zu werden, musste er vor dem Seeräuber-Häuptling Godeke Michels drei Mutproben ablegen.
I. Er musste eine vorgelegte eiserne Kette zerreißen - in Kürze zersprang diese mit lautem Knall.
II. Nun sollte er ein Hufeisen auseinander brechen - in wenigen Augenblicken lagen zwei Eisenstücke am Boden.
III. Als letzte Probe mußte er einen Becher ,so hoch wie ein Stiefel, in einem Zug leeren.
Nachdem er auch diese Aufgabe unter großer Zufriedenheit von Godeke Michels gelöst hatte, sagte dieser: "Nun bist du ein Pirat. Und da du den Becher in einem Zug geleert hast, heisst du von nun an Störtebeker (stürz den Becher)"

Störtebeker

In Sagen rühmen sich ca. 20 Orte, dass in ihnen Klaus Störtebeker geboren wurde , auch werden 120 Schlupf- winkel und verschwiegene Orte mit gehorteten Schätzen genannt. Im Volksmund hält sich die Legende, dass Störtebeker mit seinen Kumpanen den Reichen nahm und den Armen gab, daher auch der Name Likedeler (Gleichteiler).
Die Seeräuber hatten genaue Kenntnisse von den Seefahrtsstraßen, den Strömungen und den vor- herrschenden Winden, außerdem kannten sie jede Klippe, jede Untiefe und jede Landmarke. Die riesigen zusammen geraubten Schätze und deren Verstecke bereichern noch heute den Sagenschatz vieler Küsten- regionen.

Das traurige Ende 1401:
Nach der Gefangennahme von Störtebeker und 70 weiteren Seeräubern vor Neuwerk, machten die Hamburger recht bald kurzen Prozess mit ihnen. Auf dem Grasbrook in Hamburg sollte die öffentliche Hinrichtung stattfinden.
Klaus Störtebeker tat es sehr leid, dass so viele seiner Gefährten den Kopf verlieren sollten. Deshalb bat er die Hamburger Ratsherren: "Wenn ihr mir den Kopf abgeschlagen habt, so lasst mich vom Richtbock aufstehen und gehen. Alle Kameraden, an denen ich ohne Kopf vorbei komme, sollen am Leben bleiben." Diese letzte Bitte wurde ihm gewährt.
Nachdem Störtebekers Kopf in den Sand kullerte, stand er auf und ging festen Schrittes an der Reihe seiner Gesellen vorbei. Da allen Anwesenden unheimlich zumute wurde, nahm der Scharfrichter einen Klotz und warf diesen dem Leichnam vor die Füße, so dass dieser stürzte.
Trotzdem schaffte er es 11 seiner Gefährten das Leben zu retten.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass zu seinem angeblich 500. Geburtstag 1902, viele "original" Störtebeker - Fundstücke auftauchten. So präsentierte das Museum für Hamburgische Geschichte den Totenschädel, das Schwert mit dem er gerichtet wurde, seinen Hut, das Schild, den Kettenpanzer und selbstverständlich den Becher, nach dem er seinen Namen bekommen hatte. Leider hatten viele diese historischen Gegenstände wenig mit Störtebeker zu tun!

Klaus Störtebeker in der Region


Insel Usedom
Der Streckelsberg

Klaus Störtebeker und seine Kumpanen hatten auch ein Versteck am Streckelsberg. Von der nahegelegenen Landstraße spannten sie einen Draht mit einem Glöcklein über die Landstraße. Wenn das Glöcklein zu läuten begann, überfielen die Räuber blitzschnell die vorbeiziehenden Bürger.
Von den Höhen des Streckelsberges erspähte Klaus Störtebeker seine Opfer. Um sich mit seinen Kumpanen und den erbeuteten Millionenschätzen zu verbergen, nutzten sie die vielen Höhlungen des Streckelsberges.

Die Störtebekerkuhle in Heringsdorf

Dicht neben dem Bahnhof von Heringsdorf liegt die 180 Schritt lange Störtebekerhöhle. In dieser Vertiefung soll sich der Hauptstützpunkt des kühnen Seefahrers befunden haben. Dort hortete er jahrelang alle zusammen geraubten Schätze an Gold, Silber und kostbaren Gewändern. Ein unterirdischer Gang führte von der Höhle zum Strand. In dem Gang sollen noch heutet riesige Schätze vergraben sein.
Theodor Fontane begeisterte sich schon als kleiner Junge für die Seeräuber. 1827 war die Familie nach Swinemünde übergesiedelt und dort bzw. in der Nähe befanden sich viele Plätze, die mit Störtebeker in Verbindung gebracht wurden. Er schrieb später in "Meine Kinderjahre"
Eine Waldstelle nahe bei Heringsdorf, die „Störtebeker Kuhl“ liebten wir besonders. Dies war ein tiefes Loch, richtiger ein mächtiger Erdtrichter. Da drin war der Seeräuber Störtebeker, so wie jetzt wir. Was mußte ich für ein Kerl sein!
Diese frühe Faszination ließ Fontane nicht mehr los, 1878 begann er Material für eine Störtebeker-Novelle zu sammeln.

stoertebekerkuhle th

Die Störtebeker Höhle in Heringsdorf, eine 20 Meter breit und tiefe Schlucht wird von Rotbuchen torartig umgeben, so dass eine wildromantische Waldschlucht entsteht. Willibald Alexis erwähnt die Höhle in seiner Novelle "Meerschaumflocken im Badealmanach" von 1836.
Die Schlucht wurde, da die Bodenvertiefung von wissenschaftlicher Bedeutung war laut §30 des Feld- und Forstpolizeigesetzes in der Bekanntmachung vom 8. April 1922 unter Naturschutz gestellt und wurde so vor nachhaltigen Eingriffen wie Bebauung geschützt.

Unser Pommernland 1934

Leider wurde die historische Störtebekerkuhle in der DDR-Zeit eingeebnet und teilweise mit Garagen bebaut. Schade, Schade.




Hotel Belvedere Zinnowitz

Gleich nach dem Aufstieg durch diese Dünen , überschreiten wir eine tiefe Schlucht, die "Räuberkule" genannt, welche in ihrer romantischen Wildheit viel an die Partien erinnert, welche das entzückte Auge uns auf dem Fußwege zwischen Saßnitz und Stubbenkammer auf Rügen bietet.
Die historische Sage von den Vitalienbrüdern knüpft sich an diese Schlucht. In diesem Grunde, welcher im Volksmunde auch der "Störtebekergrund" heißt, sollen der wilde Claus Störtebeker und sein altbekannter Genosse Götke Michel einmal ihr Lager gehabt haben, während am Strande die Schiffe, mit denen sie ihre Streifzüge durch die nordischen Meere machten, mit der Blutsflagge, in der ein Todtenkopf abgebildet war, vor Anker lagen. Urkundlich ist erwiesen, daß die Mehrzahl jener Seeräuber adligen Familien Vorpommerns und Rügens angehörte, wie denn auch der Anführer der Vitalier, Claus Störtebeker auf dem Dars gebürtig sein soll.

Das Ostseebad Zinnowitz mit den Nachbarbädern,
Hugo Reinecke 1887


Insel Wollin

An der Nordküste der Insel Wollin hieß am hohen Ufer eine Stelle „Stinas Utkiek“ Von hier hielt Stina, die kühne Gefährtin des Seeräubers, nach ihm Ausschau. Wenn am Ufer eine rote Fahne wehte, wusste Klaus Störtebeker, dass keine Gefahr drohte. Dann konnten sie landen und die besonders wertvollen Schätze wurden am Ufer bzw. im nahe gelegenen Jordansee versteckt.

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